19. Juni 2009
Medienmitteilung
Energie Wasser Bern wird in den nächsten zehn Jahren ein flächendeckendes Glasfasernetz in Bern erstellen. Der Verwaltungsrat hat für das Projekt «Fibre to the home» (FTTH) grünes Licht gegeben. In den nächsten Jahren werden rund 140 Millionen Franken ins schnelle Netz investiert.
Im vergangenen April einigten sich Energie Wasser Bern und die Swisscom auf die wesentlichen Punkte rund ums geplante Berner Glasfasernetz: Es wird ausschliesslich durch Energie Wasser Bern erstellt und bleibt auch in ihrem Eigentum. Die eine von mindestens zwei verlegten Fasern stellt das Unternehmen diskriminierungsfrei allen Anbietern von Telekom-Dienstleistungen zur Verfügung. Energie Wasser Bern wird selber keine solchen Dienste anbieten. Die zweite Faser steht der Swisscom zur freien Verfügung. Sie kann darauf Daten transportieren und Services anbieten.
Entschädigung gemäss Marktanteil
In den letzten Wochen hat Energie Wasser Bern die Verhandlungen mit Swisscom und weiteren Service-Providern intensiv weitergeführt. Energie Wasser Bern fordert, dass sich die Entschädigung für die Benutzung des Glasfaser-Netzes nach dem Marktanteil bei den Services richtet. Wenn es beispielsweise der Swisscom gelingt, viele Kundinnen und Kunden für ihre Dienstleistungen zu gewinnen, bezahlt sie Energie Wasser Bern für ihre Faser also mehr. Diese Berechnungsart garantiert dem Energieversorgungsunternehmen, dass sich die beträchtlichen Investitionen von rund 140 Millionen Franken in jedem Fall rentieren. Gegenüber der ersten Schätzung von 200 Millionen Franken werden die Aufwendungen gemäss dem detaillierten Businessplan rund 60 Millionen Franken tiefer ausfallen. Die Investitionen erfolgen angesichts der schwierigen Wirtschaftslage genau zur richtigen Zeit.
Dicht besiedelte Gebiete zuerst 90 Prozent der Wohnungen auf dem Gemeindegebiet Bern sollen spätestens in zehn Jahren mit Glasfasern erschlossen sein. Falls es die Marktdynamik erfordert, kann der Bau gezielt beschleunigt werden. Dazu schafft Energie Wasser Bern rund 30 zusätzliche Stellen. Mit erster Priorität wird Energie Wasser Bern die dicht besiedelten Gebiete ans Glasfasernetz anschliessen, um rasch einen hohen Abdeckungsgrad zu erreichen. Für eine möglichst grosse Flexibilität will das Energieversorgungsunternehmen überall sogenannte Speedpipes verlegen. Diese machen es möglich, Glasfaserkabel innert weniger Stunden auszuwechseln. Sollen beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt mehr Fasern pro Kabel erforderlich sein, ist dies ohne Bauarbeiten möglich. Mit den Eigentümern von Gebäuden, welche ans Glasfasernetz angeschlossen werden, schliesst Energie Wasser Bern Verträge ab. Die Bauarbeiten sollen möglichst rasch begonnen werden.
Synergien nutzenRund 70 Prozent des Bauvolumens für FTTH entfallen auf die Strecke zwischen den Verteilkästen auf der Strasse und den Hausanschlusskästen. Einen Grossteil aller Wohnungen kann Energie Wasser Bern ohne Bautätigkeit mit Glasfasern erschliessen, da sich dafür bestehende Rohrleitungen nutzen lassen. Wenn für eine Hauserschliessung Grabarbeiten nötig sind, kombiniert Energie Wasser Bern dies möglichst mit der Erneuerung von Strom-, Gas- oder Wasseranschlüssen. So werden die Kosten für die Bauarbeiten auf die verschiedenen Medien aufgeteilt. Im Gegensatz dazu müsste ein anderer Ersteller für jedes einzelne Haus einen neuen Zugang legen. Daher ist es auch ökologisch sinnvoll, dass Energie Wasser Bern den Bau übernimmt. Und nicht zuletzt wird die Berner Bevölkerung nur mit der nötigsten Anzahl Baustellen belästigt.
Riesige Datenmengen und mehr Energieeffizienz Die Glasfasertechnologie ermöglicht zahlreiche attraktive Telekom-Dienstleistungen, bei denen riesige Datenmengen transportiert werden. In privaten Haushalten dürften vor allem das äusserst schnelle Internet sowie die neuen Möglichkeiten beim digitalen Fernsehen (höchste Auflösung, zeitversetztes Fernsehen, Video on Demand) auf grosses Interesse stossen. Für Firmen sind die enorm kurzen Up- und Downloadzeiten, die Nutzung von zentral gespeicherter Software und der dezentrale, schnelle Zugriff aufs Firmennetzwerk wichtige Anwendungen. Indem Energie Wasser Bern ihr Glasfasernetz allen Service-Anbietern zur Verfügung stellt, entsteht ein Wettbewerb, der sich aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten positiv auf die Preise auswirkt. Zudem steigert die Glasfasertechnologie die Energieeffizienz, weil darüber Anlagen aller Art präzise gesteuert respektive ein- und ausgeschaltet werden können.
Auch QuickLine plant ein AngebotDie Finecom Telecommunications AG realisiert zur Zeit in Bern ein Glasfaser-Pilotprojekt und versorgt Testkunden mit einem umfassenden Triple-Play-Angebot. Sie plant, auf dem zukünftigen ewb Glasfasernetz QuickLine Quadruple-Play-Dienste (Internet, Telefonie, Mobil, interaktives TV) anzubieten.
Beitrag TeleBärnWeitere Informationen erteilt:
Thomas Hügli
Leiter Kommunikation
Energie Wasser Bern
Tel. 031 321 36 88