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Warum werden analoge Sender abgeschaltet? Günter Seewer: Die Valaiscom hat zum heutigen Zeitpunkt 58 analoge Sender auf ihrem Netz, was in der Schweiz eines des grössten Senderangebote darstellt. Der grösste Kabelnetzanbieter der Schweiz, die Cablecom, hat lediglich 34 analoge TV-Sender im Angebot, da sie nicht über ein so moderne Netzinfrastruktur wie die Valaiscom verfügt. Die Valaiscom wird auch künftig mit 52 Sendern eines der grössten analogen Senderangebote der Schweiz verbreiten. Leider sind wir aber beim analogen Fernsehen an die Grenzen der technologischen Ausbaumöglichkeiten angelangt. Wir haben keine andere Wahl als die Abschaltung einzelner analoger Sender vorzunehmen. Ein Glasfaserkabel ist zwar äusserst leistungsstark, verfügt aber nicht über unbegrenzte Kapazitäten zur Übertragung von Fernsehprogrammen, Digital TV, Internet und Telefonie. Dank der Digitalisierung ist es der Valaiscom möglich, das Angebot weiter auszubauen. Die Abschaltung von acht analogen Sendern ermöglicht es uns, 32 digitale Sender zu übertragen.
Welchen Einfluss hat die Aufschaltung des Regionalfernsehsender Kanal 9? Günter Seewer: Zum einen sind wir von Gesetzeswegen zur Ausstrahlung von Kanal 9 gezwungen. Zum anderen möchten wir unsere Kunden gerne regionale Informationen und Berichte ins Haus liefern. Mit der Aufschaltung von Kanal 9 möchten wir somit auch den Inhalt unseres Produktes attraktiver gestalten. Diese Aufschaltung hat aber natürlich wieder Einfluss auf die Kapazitätsbelastung unseres Netzes. Nicht zuletzt wurden wir auch durch diese Tatsache zur Abschaltung anderer Sender gezwungen.
Gestrichen werden die dritten deutschen Programme. Aufgrund welcher Kriterien fiel die Wahl auf diese Sender? Günter Seewer: In unseren Tourismusorten besteht eine grosse Nachfrage nach einem breiten und mehrsprachigen Fernsehangebots. Deshalb blieb uns lediglich die Abschaltung von deutschsprachigen Programmen übrig, da wir in diesem Bereicht das breiteste Senderangebot zur Verfügung hatten. Weil wir nicht die grossen öffentlich rechtlichen Anstalten sowie die beliebtesten privaten Senderketten abschalten konnten, fiel unsere Entscheidung auf die dritten Programme. Diese Sender sind aber alle weiterhin auf der digitalen Senderpalette erhältlich. Ich möchte aber noch unterstreichen, dass der Kunde für das gesamte digitale Fernsehangebot von 190 TV- und Radioprogrammen keine zusätzlichen wiederkehrenden Kosten erwartet. Mit einer einmaligen Investition in eine Set-Top-Box, welche die Valaiscom zum Selbstkostenpreis von 120 Franken abgibt, kann der Kunde in Zukunft vollumfänglich von diesem erweiterten Angebot profitieren.
Wie waren die bisherigen Reaktionen? Günter Seewer: Die Kunden haben uns ein grosses Verständnis entgegengebracht und können diesen Schritt in die technologische Zukunft auch nachvollziehen. Sie verstehen, dass wir unser Angebot nicht um 6 Sender kürzen, sondern mit dem digitalen Angebot unsere Leistung zu demselben Preis eigentlich um ein Vielfaches erhöhen. Zurzeit gehen täglich gegen 50 Set-Top-Boxen über unsere Ladentheke, was auch das enorme Interesse unserer Kunden widerspiegelt.
Warum sollte der Kunde ein solches Gerät kaufen? Günter Seewer: Der eigentliche Mehrnutzen liegt auf der Hand: Mit dem Kauf einer Set-Top-Box, mit einem einmaligen Kostenaufwand von 120 Franken, erhalten unsere Kunden ein viel breiteres Senderangebot. Dank der Digitalisierung können die einzelnen Sender in einer höheren Bild- und Tonqualität empfangen werden. Auch ist es dem Zuschauer zum ersten Mal möglich, die Funktionalität der neuen Fernsehergeneration HDTV via Kabel zu geniessen.
Der Kunde kann verschiedene Zusatzprodukte kaufen. Wie ist hier die Nachfrage? Günter Seewer: Die Zusatzprodukte werden grösstenteils von unseren fremdsprachigen Mitbewohner genutzt, da sie nun via Kabel ihre in der Heimat ausgestrahlten Programme auch bei uns konsumieren können. Auch hier können wir aber im Grossen und Ganzen sehr zufrieden sein, da wir nicht eine derartige Resonanz unsere Kunden erwartet haben.
Attraktive Pay-TV-Angebote wie Premiere fehlen. Günter Seewer: Premiere kann auf dem Schweizer Kabelnetz nicht empfangen werden. Mit Teleclub findet sich aber ein Anbieter mit den fast selben Inhalten auf unserem Marktgebiet. Wir stecken zurzeit mitten in den Verhandlungen mit Teleclub. Ich möchte mich hier aber nicht auf einen fixen Termin festlegen, da wir in diesem gesamten Prozess von mehreren Anbietern abhängig sind. Aber soviel kann ich sagen: Wir stehen kurz vor dem Abschluss der Verträge.
Was ist in Zukunft noch geplant? Günter Seewer: Mit der Digitalisierung der Sender ergeben sich für uns komplett neue Möglichkeiten und diese werden wir zum Kundenvorteil auch in Zukunft voll ausnutzen. Was dies für den Kunden bedeutet? Dass wir immer wieder neue Programme in unser Angebot aufnehmen werden und sich somit die Auswahl unserer Kunden künftig um ein Vielfaches erweitern wird. Diese Weiterentwicklung können wir mit der analogen Technologie leider nicht realisieren und aus diesem Grund ist der Schritt in die digitale Welt ein Schritt in die Zukunft.
Quelle: Rhonezeitung Oberwallis
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